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Viel Freude in der Twilight-Zone

Ich weiß nicht, warum, aber ich liebe Zwischenwelten. Der Moment im Fahrstuhl zwischen den Stockwerken. Ein Augenblick morgens im Hotel, wenn ich nach dem Aufwachen die Augen noch geschlossen habe und für eine kurze Sekunde nicht weiß, wo ich eigentlich bin. Sobald ich die Augen öffne, wird alles „einrasten“ und Bilder und ihre Namen wieder zusammenfallen, aber bis dahin ist alles herrlich flüssig, uneindeutig, noch nicht festgelegt.

Und dann eben einen Kaffee an einer Autobahnraststätte trinken. Ich bin nicht mehr dort, wo ich hergekommen bin und angekommen bin ich auch noch nicht. In diesem Zwischenmoment ist alles möglich – ich könnte mich ganz spontan umentscheiden, und statt nach Berlin nach Recklinghausen fahren. Oder nach Sansibar.

Mit den Collagen ist das irgendwie ähnlich. Da treffen Dinge aufeinander, die sonst nichts miteinander zu tun haben – und es entsteht eine Zwischenwelt, in der die Regeln nicht gleich offensichtlich und verständlich sind. Was ist das denn hier? Wie funktioniert das hier? Was ist hier der Sinn? Alles herrlich flüssig, uneindeutig, noch nicht festgelegt.

Es ist wichtig, dass es Versatzstücke aus der „Realität“ sind, die ich in der Collage zusammenbringe. Es würde nicht funktionieren, wenn ich selbst einen Raben male, der nachts eine Straße entlangwandert. (Mal abgesehen davon, dass ich dazu technisch nicht in der Lage bin.) Es muss ein altes Foto sein, das von außen an mich herantritt. Ja, die Straße gibt es wirklich und den Raben gibt es auch wirklich, die Fotos „belegen“ das. Und ich bringe sie zusammen und katapultiere sie in die Twilight Zone. Das ist einfach das Beste – genauso wie der Kaffee an der Autobahn…

 

I don't know why, but I love in-between worlds. The moment in the lift between floors. A moment in the morning in the hotel when I still have my eyes closed after waking up and for a brief second I don't know where I actually am. As soon as I open my eyes, everything will "snap" into place and images and their names will come together again, but until then everything is wonderfully fluid, ambiguous, not yet fixed.


And then just have a coffee at a motorway service station. I'm no longer where I came from and I haven't arrived yet either. In this in-between moment, anything is possible - I could change my mind on the spur of the moment and go to Recklinghausen instead of Berlin. Or to Zanzibar.


It's somehow similar with the collages. Things come together that otherwise have nothing to do with each other - and an in-between world is created in which the rules are not immediately obvious and understandable. What is this here? How does this work here? What is the meaning here? Everything is wonderfully fluid, ambiguous, not yet fixed.


It is important that it is set pieces from "reality" that I bring together in the collage. It wouldn't work if I myself painted a raven wandering down a street at night. (Apart from the fact that I am technically incapable of doing so.) It has to be an old photograph that comes to me from outside. Yes, the road really exists and the raven really exists, the photos "prove" it. And I bring them together and catapult them into the Twilight Zone. That's simply the best thing - just like the coffee by the motorway....

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