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Verkatert und überfressen

Da ich Anfang Dezember krank war, fielen ein paar Termine aus, und also hatte ich plötzlich sehr lange Weihnachtsferien. Großartig! Ich hab mich gefreut wie Bolle!

Und was hab ich also mit dieser ganzen freien Zeit angefangen? Bis Mittag ist es hell, also Arbeit im Atelier. Mixed Media Sachen, Experimente mit Encaustic. Im Moment geht es vor allem ums Lernen: Wann welches Gesso? Welcher Untergrund? Welche Farben? Wie heiß das Wachs? Geht Acryl und Wachs zusammen? Weiterarbeiten mit Ausdrucken auf Seidenpapier. Lauter solche Fragen.

Nachmittags, wenn das Licht nicht mehr so toll ist, sind die digitalen Sachen dran.

Kaffee trinken – gern mit etwas Lektüre. Was liest die ambitionierte Künstlerin? Klar, Fachliteratuuuuur! Dabei tauchen dann sofort haufenweise neue Anregungen für Techniken, Oberflächenbearbeitungen, Texturenerstellung, Umgang mit Materialien auf. Wird alles notiert, um dann an den nächsten Vormittagen oben ausprobiert zu werden. Die Liste der zu bearbeitenden Fragen wächst ins Uferlose.

Was machen wir nach dem Abendbrot? Klar: Viiiideoooos und Tutoooorials gucken…. Weiter geht der Weg von Hölzchen auf Stöckchen, bis ich in der Fischgroßhandlung lande. Noch wieder neue Impulse, neue Ideen. Noch wieder: Oh ja, das muss ich unbedingt probieren, das ist endlich genau das, was ich brauche.

Rausgehen? Bloß nicht, Wälder, Wiesen und Seen werden heutzutage völlig überbewertet.

Abends im Bett schwirrt mir der Kopf so, dass ich lange nicht einschlafen kann.

Echt wahr. Viel zu viele Impulse, Anregungen, neue Gedanken. Jetzt hab ich einen Punkt erreicht, wo das alles überhaupt nicht gut tut. Ich verliere meinen Weg, meinen roten Faden. Ich weiß nicht mehr, was im Moment der wichtige nächste Schritt ist. Ich verheddere mich in all diesen quietschbunten Anregungen.

Schluss jetzt. Nix mehr lesen, nix mehr angucken – höchstens Katzenvideos. Nix mehr in mich reinstopfen – höchstens Schokolade.

Stattdessen in den nächsten Tagen ein, zwei einzelne Fragen in den Fokus stellen und die weiterverfolgen mit Sorgfalt, Aufmerksamkeit und Ruhe verfolgen. Mich hineinvertiefen. Nicht weiter in die Breite gehen. Der Teppich ist groß genug, aber der Flor ist zu dünn. Jetzt nicht mehr weiterlernen, sondern mehr erleben. Die Farben und Materialien genießen und fühlen.

So was hab ich noch nie gehabt. Ich fühl mich im Kopf wirklich richtig überladen und vollgerammelt. Kein schönes Gefühl.

Ich geh mir jetzt mal den See angucken. Das ist doch ein Wunder, wenn man so etwas vor der Tür hat!!

 

As I was ill at the beginning of December, a few appointments fell through, so I suddenly had a very long Christmas holiday. Great! I was so happy!

So what did I do with all this free time? Light until noon, so work in the studio. Mixed media stuff, experimenting with encaustic. At the moment it's all about learning: When which gesso? Which ground? Which colours? How hot is the wax? Do acrylic and wax go together? Continuing to work with prints on tissue paper. All these questions.

In the afternoon, when the light is not so good, it's time for the digital things.

Drinking coffee - with pleasure with some reading. What does the ambitious artist read? Of course, technical literature! Immediately, heaps of new ideas for techniques, surface treatments, texture creation, handling materials come up. Everything is noted down and then tried out on the following mornings upstairs. The list of questions to be worked on grows endless.

What do we do after supper? Sure: Watching videos and tutorials.... The path continues from sticks to sticks until I end up in the fish wholesaler. Again, new impulses, new ideas. Again: Oh yes, I absolutely have to try that, it's finally exactly what I need.

Going out? No way, forests, meadows and lakes are completely overrated these days.

In the evening in bed my head is so buzzing that I can't fall asleep for a long time.

It's true. Far too many impulses, suggestions, new thoughts. Now I've reached a point where all this doesn't do me any good at all. I'm losing my way, my common thread. I no longer know what the important next step is at the moment. I get tangled up in all these brightly coloured suggestions.
That's enough. No more reading, no more watching - at most cat videos. No more stuffing my face - at most chocolate.

Instead, over the next few days, I'm going to focus on one or two individual questions and follow them up with care, attention and calm. Immerse myself in them. Not going any further into the breadth. The carpet is big enough, but the pile is too thin. Now not to continue learning, but to experience more. Enjoying and feeling the colours and materials.

I've never had anything like this before. I feel really overloaded and cluttered in my head. Not a nice feeling.

I'm going to have a look at the lake. It's a miracle to have something like this on your doorstep!!!

 

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