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Am Anfang war das Wort... Wer spricht da?

In den letzten beiden Posts habe ich über die Perspektiven der Künstlerin und der/des Betrachters nachgedacht.

Aber wie gesagt, ich glaube, es gibt da noch mehr.

Ich kenne das z. B. aus Gesprächsrunden, zu zweit oder auch in Gruppen. Wenn der Dialog wirklich gut läuft, ein echter Dialog ist, bei dem alle in Resonanz zueinander stehen, mitschwingen und nicht nur ihr Eigenes in den Ring werfen wollen, dann entsteht etwas ganz Neues. Ich habe dann wirklich physisch das Gefühl, dass sich in der Mitte eine Art Wesenheit gestaltet – und sie ist es, die sich in dem Gespräch ausdrücken will, nicht die Teilnehmenden. Sie kann aber nur entstehen und kann sich nur ausdrücken, wenn die Egos zurücktreten und stattdessen bereit sind, „zur Verfügung zu stehen“.

So etwas kenne ich aus der Kommunikation.

Aber ich erlebe es auch in anderen Prozessen, wie eben beim Kreativ sein und beim Malen. Manchmal entstehen Momente, wo etwas anderes übernimmt und sich ausdrücken will und ich dann nur das Instrument der Verwirklichung bin.

Es gibt ja den Begriff der „Selbstorganisation“ in der Systemtheorie, wo stabile Strukturen, Muster und Ordnungen von selbst aus dem System heraus entstehen, ohne dass es eine Führungskraft gibt, die das Ziel oder den Weg vorgibt. Aber das ist auch nicht das, was ich hier meine. Hier kommt irgendwie ein spiritueller Aspekt dazu. Die Kunst, das Universum oder was auch immer will sich selbst ausdrücken und ich bin gerade da und bereit.

Seth Godin sagt irgendwo in seinem Blog: “The art itself seems to want something, to make a change in the world”.

Das ist es, was ich auch spüre. Wenn das passiert, ist es ein großartiges Gefühl.

 

In the last two posts I've been thinking about the perspectives of the artist and the viewer(s).

But as I said, I think there is more to it.

I know this, for example, from discussion groups, in pairs or even in groups. If the dialogue goes really well, is a real dialogue, in which everyone is in resonance with each other, resonates and doesn't just want to throw their own thing into the ring, then something completely new emerges. I then really physically have the feeling that a kind of entity is forming in the middle - and it is this entity that wants to express itself in the conversation, not the participants. But it can only arise and can only express itself when the egos step back and are instead willing to "be available."

I know something like this from communication.

But I also experience it in other processes, like being creative and painting. Sometimes moments arise where something else takes over and wants to express itself and I am then only the instrument of realization.
There is, after all, the concept of "self-organization" in systems theory, where stable structures, patterns and orders emerge of their own accord from within the system, without there being a leader who dictates the goal or the path. But that's not what I mean here either. There is somehow a spiritual aspect to it here. The art, the universe or whatever wants to express itself and I'm just there and ready.

Seth Godin says somewhere in his blog: "The art itself seems to want something, to make a change in the world".
That's what I feel too. When that happens, it's a great feeling.

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